Čeština English German France
Frantisek Janula

Frantisek Janula



František Janula geboren 1932 in Lysá nad Labem, Tschechische Republik. Er studierte an der künstlerisch-industriellen Hochschule in Prag in den Jahren 1950–1955 und an der Hochschule für Schöne Künste in Paris in den Jahren 1967–1968. Seit 1968 lebt er in Frankreich, er hat an die 100 selbständige Ausstellungen hinter sich und nahm an ebenso vielen Kollektivausste­llungen teil, und dies vor allem in Frankreich und in weiteren Ländern der Europäischen Union. Seine Kunstwerke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen in den Ländern der Europäischen Union, in der Schweiz und in den USA vertreten. Er lebt und arbeitet in Paris.

=============­========

Bereits zwanzig Jahre lang verfolge ich aufmerksam seine Arbeit František Janula und heute sehe ich mit Begeisterung, dass er erneut von einer völlig anderen Seite aus in ein neues Abenteuer aufbrach. Obwohl ich bereits eine etablierte Auffassung von seinem Schaffen habe, muss ich gestehen, dass dieses neue Abenteuer kein oberflächlicher Zeitvertreib ist, sondern im Gegenteil, dass es harmonisch in seine vorangegangenen Werke eingegliedert ist, so wie eine Musikvariation, die ein Konzert darstellt. „Concerto grosso“. In einem bestimmten Moment lockt ihn vor allem die Farbe, einen Moment später die Linie und zum Schluss, in einem ständigen Kreislauf, auch der Raum. Es ist also das Wechselspiel verschiedener Ebenen der gleichen Schaffenskraft. Es wundert mich, dass dieser Prozess in unserem Zeitalter noch nicht als einer der meist kombinierten und erfinderischen anerkannt wurde. Sicher ist, dass derjenige ein großer Künstler ist, der alle Elemente der Komposition seines Bildes beherrscht.

José Pierre, Paris 1991

=============­========

Obwohl er gerade anfing, in Prag bekannt zu werden, hatte er František Janula den Mut, im Jahr 1968 Prag zu verlassen, als sein Land erneut einer Diktatur unterlag. Nach seiner Ankunft in Paris, von allem entbunden, nicht französisch sprechend, musste er von Neuem anfangen. Er lebte von Gelegenheitsar­beiten, um mit dem Malen fortfahren zu können. Ich kannte ihn bereits in dieser schweren Zeit und war bemüht, ihm zu helfen, wie ich nur konnte. Damals malte er kleine Aquarelle, die er zu verkaufen begann, und druckte Grafiken, die mich durch die scharfe Prägnanz ihrer Formen fesselten. Wie alle Künstler in Not, malte er auf allem, was er gerade zur Hand hatte: auf Packpapier, Leinentüchern, Kartons, Isorell, Pappe und je nach Möglichkeit auch auf klassischer Leinwand. Diese Situation des Entbehrens hatte wenigstens das Positivum, dass ihm die Möglichkeit geboten wurde, sich auf jedem x-beliebigen Material zu äußern, was er auch mit außergewöhnlicher Fantasie nutzte. Heute Janula, dessen Talent bereits von zahlreichen Sammlern und von einigen Galerien in Frankreich sowie im Ausland Anerkennung gewann, arbeitet er konzentriert auf verschiedenen Unterlagen mit demselben glücklichen Elan. Das Ergebnis: das Malen von vielseitigen Facetten, wo Janula er immer er selbst bleibt, immer erkennbar aufgrund seiner persönlichen Beziehung zum Weltall und zum Raum, von dem er seinen eigenen Schlüssel besitzt. Wie ein unbändiger Teufel manipuliert er mit Leidenschaft verschiedenes Material, verbindet Farben zu einem Ganzen, schneidet, sägt, klebt sie zusammen und komponiert sie, indem er ihnen ein eigenhändig gefertigtes Relief verleiht. Überrascht und mit Bewunderung bin ich bereits zwanzig Jahre lang Zeuge dieser ununterbrochenen Schaffenskraft Janula er ist der vollendete Künstler, anspruchsvoll und von tiefer Originalität. Er verdient es, meiner Meinung nach, zu den großen Malern unserer Zeit gezählt zu werden.

Jean Orizet, Paris 1984

=============­========

Meine erste Begegnung mit František Janula spielte sich vor mehr als fünfundzwanzig Jahren ab. Seither hat er nicht aufgehört, mich zu überraschen und zu bezaubern. Er besitzt eine zauberhafte Macht der unaufhörlichen Erneuerung, die ihn zur Anwendung mannigfaltigster und unerwarteter Materialien leitet. Ich habe Lust zu sagen, dass er ernsthaft mit diesen Elementen spielt. Ein gefährliches und anspruchsvolles Spiel. Die Malerei ist ein riskanter Sprung. Der Maler verliert oder gewinnt dabei seinen Einsatz. Für dieses Risiko und für diesen Gewinn ist das Werk von Janula besonders beachtenswert. Dieses vielfarbige, häufig sich erneuernde Werk, das vor mehr als vierzig Jahren in Böhmen begann und in Paris seit dem Prager Frühling fortgesetzt wurde, entfaltet sich nichts desto trotz in absoluter Logik und Harmonie. Da ich Janula bereits mehr als fünfundzwanzig Jahre lang verteidige, freut mich die Rückkehr seiner Gemälde in sein Heimatland. Seine Heimatverbundenheit kennend, kann ich es gut nachvollziehen, welche Emotionen er nun empfindet. Er hat übrigens nie aufgehört, seine Emotionen in seinen Gemälden auszudrücken, und zwar seit seiner Ankunft in Paris. Ich bin überzeugt davon, dass der Besucher der Ausstellung für die Sensibilität und Poesie dieses großen Malers, des Erben zweier großer Vorgänger, Kupka und Šíma, Verständnis aufbringt. Er verdient es, den Großen zugeordnet zu werden.

Francis Delille, Paris, 1999

=============­========

Janulas Malerei ist wohl meine bewundernswerteste Entdeckung. Sein explosives Schaffen überrascht und entzückt uns schon seit fast vierzig Jahren. Durch seine Grafiken, Zeichnungen, Guaschen, Aquarelle und Leinwände oder Collagen lässt er immer Formen und Farben mit derselben Kraft aufleuchten, wie z.B. Lanskoy, den er um nichts beneiden muss. Wir können uns auch an Braque in einer bestimmten Entwicklungsphase erinnern, als seine Kompositionen großartig harmonisiert waren. Dieser doppelte Vergleich mag schmeichelnd erscheinen, ist es aber nicht. Er zeigt nur den Platz, den Janula schon heute in der gegenwärtigen Malerei einnimmt und welchen er zukünftig in vielen Museen, möglicherweise auch in einem Museum in seiner Heimat einnehmen wird.

Diese Auszeichnung gönne ich ihm von ganzem Herzen.

Jean – Marc Natel, 22. Juli 2007, Paris


Zurück »
Publishing by Admin24
2008
© Karel Sedláček, 2008 - 2018